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Die Zirbe: Königin und Kampfbaum



Ein ausgedehnter Zirbenwald begrüßt die Wanderer am Eingang zum Wörgetal. Botanisch eine Kiefer, wachsen Zirben als riesige, knorrige Exemplare just auf einem Bergsturz. Durchschnittlich lebt der Baum zwischen 200 und 400 Jahre. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass die Methusalems unter den Bergpflanzen bis zu 1.200 Jahre erreichen könnten.

Die Zirben wachsen in der „alpinen Kampfzone“. Das ist der Übergang vom Bergwald zur waldfreien Höhenstufe. Höher als alle anderen Baumarten wagt sich die Zirbe in Bereiche vor, in denen andere Gehölze kaum mehr Überlebenschancen haben. Sie strotzt allen möglichen Wetterlagen: Selbst Temperaturen bis zu - 40 Grad C steckt sie weg.

Wie entstehen die Zirbenwälder?

Erst im Alter zwischen 50 und 80 Jahren erreicht die Zirbe ihre „Mannbarkeit“: alle 6 bis 10 Jahre blühen die Bäume zwischen Mai und Juli. Im September des Folgejahres sind die markanten Zapfen voll ausgebildet und die bis zu 8 mm großen, essbaren und fetthaltigen Samen reif. Sie sind allerdings von einer dicken Schale umgeben.

Der Zirbenhäher als „Zirbengärtner“

Der Tannen- oder Nusshäher, im Volksmund auch Zirbenhäher genannt, ist wesentlich an der Verbreitung der Baumart beteiligt. Zur Zapfenreife pflückt er sie geschickt mit dem starken Schnabel und versteckt sie in Depotplätzen. Vergessene Zapfenlager bilden schließlich die Standplätze neuer Zirbengenerationen.

Wie erkennt man eine Zirbe?

Es ist relativ einfach, eine Zirbe von einer Kiefer zu unterscheiden. Ein Kurztrieb weist 5 Nadeln aus.

Produkte der Zirbe

Zirbenholz ist wertvoll. Zirbenstuben haben in den alpinen Tälern eine lange Tradition. Bei der Verarbeitung des Holzes lässt sich das Holz glatt schneiden und reißt beim Hobeln nicht ein. Einmal in ein Haus eingebaut, bewegt sich das Holz kaum, es schindet und quillt nicht. Auch Nässe kann ihm nichts anhaben.