Führungen l Kontakt

Almwirtschaft oder: Bergbauernförderung im Mittelalter


Vieles spricht dafür, dass die Hochtäler der Kühtaier Berge seit Urzeiten landwirtschaftlich, montanistisch und als Jagdrevier genutzt wurden. Und so darf es nicht verwundern, dass gleich neun Schwaighöfe aus dem nahen Verwaltungsbereich von St. Petersberg im ältesten Urbar eines Tiroler Landesfürsten aufscheinen. Schwaighöfe waren auf Viehzucht und Käseerzeugung spezialisiert. Für Graf Meinhard II. und dessen Sohn Heinrich war der Bestand dieser St. Petersberger Berghöfe so bedeutsam, dass die Grundherren an diese jährlich 2 Mut Roggen, 16 Mut Gerste kostenlos auslieferten. Für die Viehhaltung und für die Käseerzeugung steuerten sie – laut ältesten Aufzeichnungen der Saline zu Hall – zudem noch mehrere „Fuder Salz“ bei. Dieses sogenannte „Schwaigsalz“ kann als Urform der Tiroler Bergbauernförderung angesehen werden.

Im Hochmittelalter wurde auch der Zehent noch in Naturalien beglichen. Kühtai, knapp unterhalb der Wasserscheide zwischen Sellrain- und Nedertal auf einer Höhe von 2.000 m gelegen, war der höchstgelegene alte Schwaighof Tirols und hatte im Jahre 1288 beispielsweise 300 Stück Käse abzuliefern. Ab dem 15. Jahrhundert wurden dann die Naturalabgaben so nach und nach größtenteils durch Geldbeträge ersetzt.