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Das Erz im Bauch des Berges


Es mußte für die Knappen ein Wunder gewesen sein. Um 1625 tauchte ein schwarzes Pulver auf, das ihre Arbeit massiv erleichtern sollte. Jedenfalls wurde der Stollen im Wörgetal von vornherein mit Schwarzpulver vorgetrieben.

Die rund 40 m hohe Erzader im Bauch der "Schwarzen Wand" steht, besser gesagt stand senkrecht und enthielt Bleiglanz, Kupferkies und Pyrit. Der Stolleneingang wurde ungefähr in der Mitte der Ader angeschlagen. Die Knappen arbeiteten sich zuerst in die Höhe, um anschließend die Erzader in der Tiefe zu bearbeiten.

Der Stollen ist nicht mehr begehbar, der Eingang und Einstieg zum Bergwerk ist VERBOTEN! Deshalb ist er mit einer massiven Stahl-Gittertüre versperrt. Vor dem Stolleneingang stößt der suchende Wanderer immer wieder auf Schlacke. Diese dürfte von einer Werkzeug-Schmitte stammen, in der auf luftiger Höhe die Werkzeuge der Knappen immer wieder nachbearbeitet worden sind.

Die Blütezeit erlebte der Bergbau in den Kühtaier Alpen im 17. Jahrhundert. Bis zu 450 Knappen haben im Bauch der Berge geschürft, wie die Überlieferung berichtet. Am Puchersee, wo man die Wasserkraft nutzen konnte, stand die Aufbereitungsanlage mit dem Pocher zum Zerkleinern jenes Erzes, das auf etwa 2.500 m Seehöhe aus dem Berg gemeißelt wurde. Die Verhüttung des gepochten und vom tauben, quarzigen Material befreiten Erzes erfolgte bei Oetz, an der Mündung der Auer Klamm in der sogenannten Teufelsschmiede.

Im Bild: Der verfallene Eingang des ehemaligen Bergwerks auf 2.500 m Seehöhe. Noch sichtbar sind die Holzschwellen, auf denen der Grubenhunt ins Freie gerollt wurde.